Für meine neue Plattform digifun.at habe ich mich bewusst für die Beta von Divi 5 (von Elegantthemes) entschieden. Eine Entscheidung, die sich im ersten Moment ein bisschen so anfühlt, als würde man nach vielen Jahren wieder ganz am Anfang stehen.
Nicht, weil etwas nicht funktioniert – sondern weil sich alles verändert hat.
25 Jahre Webdesign – und trotzdem neu anfangen
Ich arbeite seit rund 25 Jahren im Webdesign und habe in dieser Zeit einige hundert Websites umgesetzt – von einfachen Projekten bis hin zu komplexeren Plattformen. Viele Tools sind gekommen und gegangen, Trends haben sich verändert, Workflows wurden immer wieder neu gedacht.
Und trotzdem gibt es selten Momente, in denen man wirklich das Gefühl hat: Jetzt muss ich mich komplett neu orientieren. Divi 5 ist genau so ein Moment.
Wie alles begonnen hat
Wenn ich zurückdenke, wie Webdesign früher funktioniert hat, wirkt das heute fast absurd. Themes waren starr, Anpassungen liefen über CSS oder direkt über PHP, und Gestaltung bedeutete oft, sich innerhalb enger Grenzen zu bewegen.
Mit Tools wie WPBakery Page Builder kam dann zum ersten Mal so etwas wie visuelles Arbeiten ins Spiel. Plötzlich konnte man Layouts verschieben, Inhalte anders denken – aber wirklich frei war man trotzdem noch nicht. Ohne CSS ging weiterhin wenig.
Danach wurde es unübersichtlich. Jeder hatte seinen eigenen Pagebuilder, jedes Theme funktionierte anders, und man musste sich ständig neu einarbeiten.
Der Moment, in dem es einfacher wurde
Ein großer Vorteil bei Elementor war lange Zeit der Einsatz von Flexboxen. Dadurch wurde das responsive Design deutlich einfacher, weil man sich nicht mehr bei jedem Breakpoint mit zusätzlichem CSS behelfen musste. Layouts konnten flexibler gedacht und umgesetzt werden.
Und genau hier setzt Divi 5 an
Mit Divi 5 zieht genau diese Logik jetzt auch in Divi ein – und das verändert unglaublich viel. Responsive Design fühlt sich plötzlich nicht mehr wie ein Nachjustieren an, sondern wie ein natürlicher Teil des Gestaltungsprozesses. Dinge greifen ineinander, ohne dass man ständig eingreifen oder „reparieren“ muss. Was auf den ersten Blick wie ein Update wirkt, ist in Wahrheit ein kompletter Neubeginn. Die Struktur ist anders, das Arbeiten fühlt sich anders an, und viele Dinge, die man über Jahre automatisiert gemacht hat, greifen plötzlich nicht mehr so wie gewohnt.
Wenn es plötzlich Klick macht
Und genau in diesem „Neu-Denken“ liegt auch die Stärke. Schritt für Schritt wird klar, dass vieles nicht komplizierter, sondern eigentlich logischer geworden ist. Dinge, die früher über CSS gelöst werden mussten, entstehen jetzt direkt im Builder. Layouts wirken sauberer, strukturierter. Und auch beim Thema Performance merkt man schnell, dass hier von Grund auf neu aufgebaut wurde. Pagespeed ist nicht mehr etwas, das man sich mühsam über Plugins zusammensuchen muss, sondern etwas, das schon im System steckt.
Mein Fazit (Stand jetzt)
Ich stehe mit Divi 5 noch am Anfang. Aber genau dieses Gefühl, sich wieder neu hineindenken zu müssen, zeigt eigentlich, wie groß der Schritt ist. Es ist kein Feinschliff, kein kleines Upgrade – sondern ein echter Generationswechsel.
Und vielleicht ist genau das das Spannende daran: Dass man nach vielen Jahren Erfahrung nicht einfach nur schneller wird, sondern wieder bewusster arbeitet, ausprobiert und dazulernt.


