Seit diesem Schuljahr unterrichte ich auch Medientechnik in der Oberstufe – und dabei merke ich gerade wieder, wie viel sich in mehr als zwei Jahrzehnten Webdesign, Grafik und digitalem Marketing angesammelt hat.
Denn eine gute Website entsteht nicht dadurch, dass sie einfach nur gut aussieht. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen: Was soll eine Website für ein Unternehmen eigentlich leisten? Wie finden sich Menschen darauf zurecht? Warum springen sie ab? Was erwartet Google? Warum ist PageSpeed relevant? Wie müssen Inhalte aufgebaut sein? Welche Rolle spielen Typografie, Gestaltung und Responsive Design? Und wann wird aus geschickter Nutzerführung eigentlich Manipulation – Stichwort Dark Patterns?
Genau mit diesen Fragen beschäftige ich mich auch täglich in der Beratung und bei der Umsetzung von Kundenprojekten. Oft geht es längst nicht nur darum, eine Website zu gestalten oder WordPress einzurichten. Es geht darum, mitzudenken, zu hinterfragen und zu beraten – von der Gestaltung über Technik und Usability bis zu SEO und digitalem Marketing.
Und genau dieses Wissen jetzt auch an 18-Jährige weiterzugeben, macht ziemlich viel Spaß. Denn da darf ich auch einmal ausschweifen: erzählen, wie Google groß geworden ist und wie sich Ranking und SEO verändert haben, warum Content-Management-Systeme entstanden sind, wie WordPress die Webwelt verändert hat oder warum wir heute mit Page Buildern Websites völlig anders bauen als noch vor 20 Jahren.
Plötzlich wird aus Unterricht auch ein kleiner Streifzug durch mehr als zwei Jahrzehnte Webentwicklung – vieles davon habe ich selbst miterlebt und in meiner täglichen Arbeit angewendet.
Für mich ist das gerade eine ziemlich schöne Verbindung: Webdesign, Grafik und Marketing nicht nur machen, sondern erklären, hinterfragen und weitergeben.
Und ganz nebenbei betrachtet man dabei so manches, das nach über 20 Jahren selbstverständlich geworden ist, selbst wieder mit neuen Augen.


